Italienisches Kulturinstitut Wolfsburg 
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Geschichte

Geschichte des Italienischen Kulturinstituts Wolfsburg

Mit der Eröffnung des Italienischen Kulturinstituts Wolfsburg am 12. November 1985 entstand in der ‚Volkswagenstadt’ ein wichtiger kultureller Bezugspunkt sowohl für die hier ansässigen Italiener als auch für die Deutschen.

Die Gründung des IIC Wolfsburg ist dem Einsatz des seinerzeitigen Botschafters der Italienischen Republik Luigi Vittorio Ferraris zu verdanken, der in dem damaligen Wolfsburger Oberstadtdirektor Prof. Peter Lamberg einen überzeugten Mitstreiter fand.

Die Aufgabenstellung des Instituts lag von Anfang an darin, nicht nur die klassische und die moderne Kultur Italiens unter der deutschen Bevölkerung zu verbreiten, sondern auch die Integration der zahlreichen italienischen Gemeinde in Wolfsburg zu fördern und den jüngeren Generationen die Kultur ihres eigenen Heimatlandes nahe zu bringen. Zunächst übernahm Giuditta Podestà diese Doppelaufgabe.

Fünf Jahre nach der Gründung des Instituts, am 31. Januar 1990, wurde der Verein der „Freunde des Italienischen Kulturinstituts Wolfsburg e. V.“ gegründet. Mitglieder des Vereins waren wichtige Persönlichkeiten sowohl der italienischen als auch der deutschen Gemeinde in Wolfsburg. Erster Präsident war Prof. Karl-Heinz Briam, ehemaliges Vorstandsmitglied der Volkswagen AG. Bis heute unterstützt und begleitet dieser Verein das Italienische Kulturinstitut in seinen Aktivitäten.

Das Italienische Kulturinstitut Wolfsburg eroberte in kurzer Zeit einen Ehrenplatz unter den lokalen Kulturinstitutionen. Die Stadt Wolfsburg erkannte von Anfang an diese wichtige Rolle und begann durch regelmäßige, großzügige finanzielle Forderung die Arbeit des Instituts zu unterstützen. Das Italienische Kulturinstitut hat immer großen Wert auf die Zusammenarbeit mit dem Ausländerreferat der Stadt Wolfsburg gelegt, mit dem es gemeinsam eine Reihe von Veranstaltungen organisiert hat, die zur gegenseitigen Verständigung und Integration von Deutschen und Italienern beitragen sollten.

Im September 1990 organisierte das IIC Wolfsburg unter der Leitung von Rosa Ries-Losengo in Zusammenarbeit mit dem Ausländerreferat die Tagung „Europäische Begegnungstage der Sprachen und Kulturen“. Nach der Tagung bildete sich eine Initiativgruppe mit dem Ziel, die konzeptionellen Grundlagen für einen Modellversuch einer bilingualen und bikulturellen deutsch-italienischen Schule in Wolfsburg zu erarbeiten. Zwei Jahre später, am 18. Dezember 1992, unterzeichneten der italienische Botschafter in Deutschland Umberto Vattani und der Niedersächsische Kultusminister Rolf Wernstedt im Ratssaal des Wolfsburger Rathauses das Gründungsprotokoll über diese Schule, die inzwischen zu einem nicht nur in Deutschland, sondern europaweit anerkannten und beachteten Projekt geworden ist.

In den neunziger Jahren gelang es dem IIC Wolfsburg unter der Leitung von Rosa Ries-Losengo, Vertreter ersten Ranges des kulturellen Lebens in Italien in diese Stadt zu holen, z. B. Fruttero und Lucentini, Susanna Tamaro, Dacia Maraini, Fulvio Tomizza und Andrea De Carlo.

Rosa Ries-Losengo wurde im Januar 1993 versetzt und zur Leiterin des IIC München ernannt. Fast drei Jahre lang blieb ihre Stelle unbesetzt. Die Mitarbeiter Marlies Ottimofiore und Carlo Mazzurco setzten aber die Arbeit des Instituts fort. Am 23. Oktober 1995 nahm Bianca Ferone Perle ihren Dienst als Leiterin des IIC Wolfsburg auf. Dank ihres Engagements konnte das Institut seine zentrale Rolle im kulturellen Leben der Stadt behaupten und ausweiten.
Unter ihrer Leitung feierte das Institut am 10. November 1995 sein zehnjähriges Bestehen im Gartensaal des Schlosses Wolfsburg. Es folgten Jahre reger kultureller Planung, mit Veranstaltungen, die große Resonanz fanden, wie zum Beispiel die dreitägige „Piazza Italia“ im Jahre 2000.

Das Italienische Kulturinstitut Wolfsburg hat immer mit mehreren lokalen Einrichtungen zusammengearbeitet und an zahlreichen Initiativen zur italienischen Kultur mitgearbeitet. Ein Beispiel der gelungenen Zusammenarbeit mit prestigeträchtigen deutschen Institutionen ist die bedeutende Ausstellung über die italienische Kunst zwischen dem Untergang des Faschismus und dem Beginn der Studentenproteste, welche im Jahre 1995 im Kunstmuseum Wolfsburg stattfand. Diese Ausstellung, deren Titel „Die italienische Metamorphose 1943-1968“ lautete, fand enorme Resonanz. 

2002 wurde der Architekt Marcello Matera Direktor des IIC Wolfsburg. Der unter seiner Leitung im Jahre 2004 ausgeschriebene Architektur-Ideenwettbewerb „Ein Spaziergang zwischen zwei Kulturen“, an dem junge Studenten an italienischen und deutschen Universitäten teilnahmen, hatte ein ehrgeiziges Ziel: zu zeigen, wie die Integration der italienischen und deutschen Bevölkerung durch eine moderne und kreative architektonische Sprache dargestellt werden kann.

Dieselben ideellen Gründe – der Wunsch nach der Einbeziehung der jüngeren Generationen und der Integration beider Kulturen – haben das im Jahre 2004 gestartete Projekt einer biligualen Gruppe im Kindergarten St. Christophorus inspiriert. Dieselben Prinzipien, auf denen das Projekt der Deutsch-Italienische Gesamtschule Wolfsburg aufbaut, gelten auch für die bilinguale Gruppe im Kindergarten.

Heute kann man wohl sagen, dass man in der Industriestadt Wolfsburg italienische Luft atmen kann. Der neue Sitz des Instituts, der im Januar 2002 eingeweiht wurde, befindet sich auf einem in ganz Deutschland einzigartigen Platz, der zu Recht ‚Piazza Italia’ genannt wird: Alle Lokale und Geschäfte haben hier unverwechselbare italienische Namen und bieten ausschließlich Produkte und Spezialitäten aus Italien.

Am 12. November 2005 feierte das Italienische Kulturinstitut Wolfsburg seinen zwanzigsten Geburtstag. Dies bedeutet, dass das Institut seit nunmehr zwei Jahrzehnten seinen Beitrag zur Begegnung der in der Stadt ansässigen italienischen Bürger mit den Bürgern deutscher und anderer Nationalität leistet, auf dem gemeinsamen Terrain der kulturellen Interessen und im Bewusstsein einer gemeinsamen europäischen Zukunft.

Die Leiter und Leiterinnen des IIC Wolfsburg sind folgende:

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